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Willi Remmel
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  Harry Fisher  was one of about 2,800 U.S. volunteers who went to fight in the International Brigades during the Spanish Civil War.
The commitment they made there keeps inspiring and encouraging people around the world to continue the good fight for a better world, peace, and justice.
 
Willi Remmel

Willi Remmel, German IBer

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Die spannenden Folgen einer Buchlesung
Spuren des Spanienkämpfers Willi Remmel

Diese Pressemitteilung hatte mich förmlich elektrisiert: „Harry Fisher liest in Leipzig aus seinem Buch ‚Comrades’.“  Die Vorankündigung des Buches hatte ich gelesen, es gleich vorbestellt, später gekauft und fasziniert verschlungen; das was ich suchte, aber nicht gefunden: Irgendeinen Hinweis, daß Harry Fisher in Spanien auch mit deutschen Interbrigadisten zusammengetroffen sein konnte.

Seit einigen Monaten recherchierte ich die spanischen Spuren meines Onkels Willi Remmel.
Wie Harry Fisher auch, war Willi einer der 40,000 „Voluntarios de la Libertad“, die in den Internationalen Brigaden auf Seiten der spanischen Republik gegen die Faschisten gekämpft hatten. Wenig hatte Willi nach seinem frühen Tod 1970 hinterlassen: Einige Dokumente und zwei Fotos.
Das eine zeigt ihn in Ausgangsuniform mit der charakteristischen Bommel an der Käppispitze, das andere in Dienstuniform mit Schirmmütze.

Mit Fishers Buch unter dem Arm und den beiden Fotos von Onkel Willi in der Tasche also hin zu Fishers Lesung.  Danach Signierstunde. Ich lege ihm die Fotos vor: „Mister Fisher, könnte es sein, daß Sie diesem Mann in Spanien begegnet sind?  Willi Remmel sein Name, deutscher Spanienkämpfer.“ Fisher schaut sich lange die beiden Fotos an: "No, I am sorry, I don't know him."

Ein Mann erinnert sich

„Einen Moment noch“, sagt da Ulrich Kolbe, der deutsche Übersetzer von Fishers Buch, der den Autor auf seiner Lesereise in Deutschland als Dolmetscher begleitet. „Wiederholen Sie bitte noch mal den Namen!“
„Remmel. Willi Remmel.“  Kolbe überlegt eine Weile:  „Der Name ist mir kürzlich untergekommen, da bin ich mir sicher. Doch im Moment erinnere ich mich nicht an den Zusammenhang. Ich melde mich, sobald ich zu Hause in meinen Rechner geschaut habe.“

Zwei Tage später eine E-Mail von Ulrich Kolbe: „Lieber Hans, Ihr Onkel Willi wird in Neuseeland gesucht! Ein Historiker der Uni Auckland ist im Rahmen eines oral history projects auf den Namen Ihres Onkels gestoßen.“

War das eine Nachricht!  Eine, die Gänsehaut hervorruft! Onkel Willi und Neuseeland? Und ich erinnerte mich, daß Willi erzählt hatte, anläßlich einer Verwundung in einem Hospital gelegen und dort eine neuseeländische Krankenschwester kennen und lieben gelernt zu haben.  Noch mal einen Blick in die wenigen Notizen, die Willi hinterlassen hat.

Die spanischen Notizen des Willi R.

Willi Remmel, Kölner Kommunist. Seit 1933 aktiv im illegalen antifaschistischen Kampf.  Von der Gestapo 1936 verhaftet, im Kölner Klingelpütz wegen Hochverrats eingesperrt, im Keller des ELDE-Hauses, dem Sitz der Kölner Gestapo, malträtiert.  Aus der Haft mit Auflagen entlassen. In der Sylvesternacht 1936 Flucht nach Holland.

Am 30.5.1937 schwimmt Willi im wahrsten Wortsinn nach Spanien.  Das Schiff, das ihn von Marseille nach Spanien bringen sollte, wurde vor Mallgrat von einem italienischen U-Boot torpediert und versenkt, Willi schwimmt an Land.  Am 10. Juni bereits steht er in seinem ersten Kampfeinsatz an der Front bei Guadalajara; am 2.Juli an der Sierra-Front links von Escorial.  Der 5. Juli sieht ihn an der Zentralfront bei Brunete.

Er nimmt am 8.Juli am Sturm auf Quijorna und an der Einnahme der Stadt teil und wird am 17. Juli 1937 bei Quijorna durch einen Oberbeinschuß schwer verwundet.

Von Quijorna ins Hospital - Renè

Vom 25. Juli bis zum 1.Oktober 1937 liegt er im "Hospital English" in Huete, Provinz Cuence.  Hier begegnete Willi erstmals Renè Shadbolt, einer von drei neuseeländischen Krankenschwestern, die sich dem neuseeländischen Freiwilligenkontingent zur Teilnahme am spanischen Freiheitskampf angeschlossen hatten.  Die Liebe der beiden wird bis zur Demobilisierung der Interbrigadisten und noch darüber hinaus dauern.  Als Willi von März 1939 bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich vornehmlich im Internierungslager Gurs eingesperrt ist, wird Renè ihn mit Geldsendungen über England unterstützen.

Im Januar 1938 sind beide jedoch wieder getrennt.  Willi kämpft am 16. Januar an der Front von Teruel, am 9.März an der von Quinto und Belchite.
Er nimmt am Rückzug über Vinaseite teil, kämpft am 14. März um Caspe und sammelt sich mit seiner Einheit am 16. März bei Cobere.  Nochmals sammelt sich seine auf 165 Mann zusammengeschrumpfte Formation am 7. April bei Cabaceres, nachdem sie sich über Gandesa, Corbera und Mora zurückziehen mußte und einer Einschließung am Ebro entkommen war.

Die letzte Offensive - Abschied von Renè

Der 25. Juli sieht ihn in der ersten Linie der Ebro-Offensive bei der Forcierung des Flusses.  Nachdem die Flußbrücke zusammengebrochen war und schwere Waffen nicht nachrücken konnten, bleibt die Offensive stecken.  In der Sierra Cabals/Pandola schlägt er sich weiter mit den Faschisten.  Willi wird von einem Granatsplitter in den Rücken getroffen.

Im Hospital Mataro trifft Willi am 20. August wieder mit Renè zusammen.  Einen Monat später müssen die Interbrigaden demobilisieren.  Der Versuch Renès, Willi mit nach Neuseeland zu nehmen, scheitert an den neuseeländischen Behörden.  Eine Liebe wird zerrissen.  Willi und Renè sollten sich nie wiedersehen.

Am 31. Oktober sitzt Willi in einem Hospitalzug Richtung Frankreich.  Die französische Regierung jedoch verweigert die Einreise.  Am 13. Januar 1939 wieder eine Bahnreise Richtung Frankreich.  Mexiko hatte deutschen und österreichischen Spanienkämpfern Asyl gewährt, doch wiederum spielt Frankreichs Regierung „Nichteinmischung“.  Sie verweigert die Durchreise zum Hafen von Marseille, wo Schiffe der spanischen Republik bereitliegen.  Diese werden zudem beschlagnahmt und an Franco ausgeliefert.

Nochmals steht Willi im Kampf, nachdem sich die Interbrigadisten in Port Bou wiederbewaffnet haben: Am 21.Januar 1939 vor Barcelona.  Doch die Stadt fällt in die Hände der Faschisten.  
Am 31.Januar wehren sie einen Landungsversuch der Faschisten bei Plalafurgel ab.  Der 3.Februar sieht ihn auf dem Marsch nach San Pedro, den Ludwig Renn führt.  Am 5. Februar sind sie in La Jungera und am 8. Februar 1939 überschreitet Willi mit seinen Genossen unter Waffen bei Cerbere die französische Grenze - nach der Entwaffnung geradewegs ins Internierungslager.

...und was folgte

1940 wird Willi Remmel von den Franzosen an die Gestapo ausgeliefert.  Er geht durch die Konzentrationslager Sachsenhausen, Buchenwald und Mauthausen/KZ- Außenlager Florisdorf.  Im März 1945 gelingt ihm die Flucht vor dem Todesmarsch in die österreichischen Berge.  Dort wird er im April von der Roten Armee befreit.

Willi lebte seit 1946 in Leipzig.  Er war verheiratet. Aufgrund der schweren und bleibenden Schäden, die er durch Tritte in den Unterleib während seiner KZ-Haft erlitt, blieb die Ehe kinderlos.  Willi Remmel verstarb 64jährig im Jahre 1970 an den Spätfolgen seiner langjährigen Lager- und KZ-Haft.

Neuseeländischer Epilog:

Michael O'Shaughnessy, der neuseeländische Historiker, hatte im Rahmen seines oral history Projektes Isobel Dodds interviewt.  Sie war eine der drei neuseeländischen Krankenschwestern in Spanien und enge Freundin von Renè Shadbolt.  Von ihr erfuhr er Details der Geschichte von Renè und Willi.

Michael machte mich aber noch auf eine andere Quelle aufmerksam: Renè Shadbolts Neffe, der bekannte neuseeländische Schriftsteller Maurice Shadbolt, hat in seinem Familienroman "One of Bens" seiner Tante Renè, genannt Sis, und meinem Onkel Willi in zwei Kapiteln seines Buches ein bleibendes Denkmal gesetzt: Einleitend heißt es: "One she nursed was a young anti-Nazi German named Willi Remmel, an elegant, eloquent and wispily bearded officer in the Ernst Thaelmann battalion of the brigade. He and Sis were soon lovers."

Renè Shadbolt starb 1977. 
Über ihr Begräbnis schreibt Maurice Shadbolt:

"On her coffin there was a lone bouquet of red roses, placed there by a sister who knew her story. The attached message read: With love everlasting from Willi."

Herbert Remmel
(Hans Remmel)

 

 

 

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